Josh Nelson

The Sky Remains

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MUSIC REVIEW BY Rigobert Dittmann, Bad Alchemy (Germany)

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Mit diesem für diverse Grammies nominierten Album lerne ich einen Pianisten in LA kennen, der Sängerinnen wie Natalie Cole und Sara Gazarek ins rechte Licht rückt. Es ist schon sein sechstes als Leader, nach zuletzt "Discoveries" (2011) und "Exploring Mars" (2015). Nach diesen beiden SF-Konzept-Alben wendet er sich, quasi als Engel über LA, seiner Heimatstadt zu mit ihren Brücken, Tunneln und Treppen, dem Genius loci, mit kleinen Mahnmalen gegen die Geschichtsvergessenheit. What is remembered / How do we forget / When men change history in / The smoke of a cigarette... The city's different now / But the sky remains the same singt Kathleen Grace beim Titelstück und I am the angel / The one you gave away. Zugleich ist das ein Besuch des Griffith Observatory, mit dem der Minenmag­nat Griffith J. Griffith (1850-1919), ebenso wie mit der Finanzierung des Greek Theatre, als Philantrop den Mordanschlag auf seine Frau sühnen wollte. 'On the Sidewalk' erinnert an die Kolumnistin und farbige Bürgerrechtsaktivistin Charlotta Bass (1874-1969), 'The Architect' an Frank Gehry, der für LA das Aerospace Museum und die Walt Disney Concert Hall entwarf (auch den Gehry-Tower in Hannover, den Neuen Zollhof in Düsseldorf...). 'Ah, Los Angeles' besingt LA als lonely place und bitter town: I love you so much / You dark blossom in the sand, John Fante (1909-1983) in den Mund gelegt, dem Autor von "Ask the Dusk" und "The Road to Los Angeles". Mit 'Lost Souls of Saturn' von Russ Garcia wird die Tiki Culture- und Exotica-Welle gefeiert, 'Pitsehleh' schrieb Elliott Smith, bevor er 2003 in LA zu Tode kam, nur 34 Jahre alt. 'Pacific Ocean Park' betrauert den Untergang der 1911 eröffneten, 1967 ruinierten Attraktion mit einem Abschiedswalzer, 'Run' den Sprinter Mack Robinson (1914-2000), einem ewigen Zweiten, der sich dafür um Pasadena verdient gemacht hat. Inmitten von Nelsons elegischer Softness stechen die Exotica-Fantasy und der Valse triste hervor, aber berührend ist auch die in den Songs angenommene Ich-Form, die der verstümmelten Mrs. Griffith (But at night my colonel brings me / Here to watch the stars), die von Fante, der innere Monolog von Robinson. Zarte Kruste, bitterer Kern.






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