Chad McCullough & Bram Weijters

Abstract Quantities

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MUSIC REVIEW BY Von Ferdinand Dupuis-Panther, BelgienInfo (Germany)

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Das vorliegende aktuelle Album ist nicht das erste Album des Quartetts, das bei De W.E.R.F. Records erschienen ist. Zuvor wurden bereits „Imaginary Sketches" (W.E.R.F. 088) und „Urban Nightingale" (W.E.R.F. 108) veröffentlicht und von der einschlägigen Fachpresse hochgelobt. Auch das Publikum war von diesen Einspielungen des Pianisten Bram Weijters sehr angetan. Weijters gehört überdies zum Ensemble des Bassisten Piet Verbist namens „Zygomatik". Dieser wiederum ist nun in der neusten Einspielung von Bram Weijters als Bassist mit dem Trompeter Chad McCullough und dem Drummer John Bishop Teil des Quartetts. Betrachtet man das Plattencover, so denkt man wohl nicht an den Begriff abstrakt, oder wenn, dann nur im Sinne der figurativen Abstraktion, wie sie der deutsche Maler Ernst Wilhelm Nay pflegte. Was meint jedoch der Begriff Quantitäten? Man müsste Bram und die anderen Musiker fragen, um Gewissheit zu bekommen.

Mit „Billions" eröffnet das Quartett seinen musikalischen Reigen, setzt diesen mit „Glorious Traffic Jam" fort, lässt ein winterliches Klagelied erklingen - man höre „Winter's Lament" - und beendet die musikalische Reise mit „Acceptance Or Denial". Was nur ist daran abstrakt, so wie es der Albumtitel suggeriert?

Zu Beginn von „Billions" ist nur Weijters am Piano zu vernehmen. Es sind warme Harmonien zu hören. Ohne Frage ist der Duktus, in dem gespielt wird, sehr energetisch und akzentuiert. Wenn Chad McCullough den Melodiefluss aufnimmt, dann kommt ein leicht weicher Trompetenklang als Hörfarbe zum akzentuiert eingesetzten Tasteninstrument dazu. Irgendwie klingt die Komposition nach einem Song, auch wenn die Lyrik fehlt. Man könnte sogar von einem musikalischen Erzählstoff sprechen, abseits des Titels. Gut geeignet erscheint die angestimmte Melodie als Untermalung einer geruhsamen Flussfahrt über Maas und Schelde.

Beinahe ein Choral

In „Still More" arbeiten die vier Musiker mit ähnlichen dominanten Klangfarben wie beim ersten Stück. Beim Hören von „Mr Rubato" drängt sich der Eindruck des Insulären und der unendlichen Weite des Ozeans auf. Man könnte sich auch vorstellen, dass Bilder vom Colorado River und Grand Canyon mit dieser Komposition unterlegt werden. Im Geiste rauschen wir zur Musik über zahlreiche Stromschnellen, während wir aus einem Augenwinkel die schieren Felswände wahrnehmen, die sich links und rechts auftürmen. Wie bei den anderen Kompositionen sind es Bram Weijters und Chad McCullough, die die Hörfarben bestimmen.

Beinahe wie ein Choral angelegt, so erscheint „Glorious Traffic Jam". Nein, von chaotischem Verkehrsaufkommen im urbanen Dschungel ist kaum etwas zu spüren. Eher hat man den Eindruck, dass alles im Fluss ist. Im Unterschied zu den ersten Stücken des Albums ist nun auch mal Piet Verbist mit flotten Fingern auf seinem Dickbäucher aktiv, begleitet dabei nur von Bram am Piano. Zur Hälfte des Stücks hat man gar den Eindruck, es werde dem Verkehrschaos ein Hohelied gesungen, ehe dann alles seinen gewohnten Gang geht.

Kammermusikalisch?

Keyboards statt Klavier hören wir beim Vorspiel von „The Same". Dabei drängt sich die Vorstellung auf, dass das Werk von Johann Sebastian Bach, vor allem seine diversen Fugen, nicht spurlos am musikalischen Konzept für diese Komposition vorbeigegangen ist. Vom Charakter her erscheint die Komposition kammermusikalisch-konzertant zu sein. Nachfolgend hören wir „The Same But Different". Fürwahr es gibt im Melodiefluss und in den Harmonien Beziehungen zum zuvor beschriebenen „Vorspiel".

Wirklich flott gesetzt ist das letzte Stück auf dem aktuellen Album. Es geht dabei um Akzeptanz oder Ablehnung. Doch dieses Gegensatzpaar ist in der Musik nicht unmittelbar umgesetzt worden, es sei denn, man ordnet die jubilierenden Trompetenpassagen dem einen Begriff zu und die quirligen Klavierpassagen dem anderen. Allerdings ist das vom Charakter der Harmonien nicht stimmig, sodass man angesichts der musikalischen Umsetzung über den Titel ein wenig rätseln muss.

Insgesamt ist die Form des Jazz, den das Quartett präsentiert, sehr eingängig und in den Schemata wenig verzwickt. In der Musik von Weijters und Co. finden sich Anlehnungen an die Musik von Ben Webster, Thelonious Monk, Charlie Parker und Miles Davis sowie Chet Baker. Das sollte man unbedingt zu schätzen wissen, auch wenn der eine oder andere das Etikett „Old School Jazz" dafür verteilen würde. Egal!






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